Otmar Donnenberg

"Es gibt nichts gutes, außer man tut es!" Erich Kästner



Dr. Otmar Donnenberg
 
 

Meine Bilanz 

Die Gemeinwohlbilanz ist ein wesentliches Entwicklungsinstrument der Gemeinwohlökonomie.

Eine ihrer Ausgangsfragen lautet: Messen wir die Größen, die tatsächlich maßgebend sind

für ein nachhaltiges Arbeiten und Wirtschaften? Mit der gängigen Finanzbilanz glückt das nur unzureichend.

Bei der Gemeinwohlbilanz stehen ökologische und soziale Kriterien im Vordergrund. Im Erstellen der

Gemeinwohlbilanz kommt es zu einem konfrontierenden Erlebnis: man bekommt zu sehen, wie

sehr man noch am Anfang des Weges ist und wie viel da noch zu tun ist, um tatsächlich zu einem

Verhalten zu kommen, dass Nachhaltigkeit gewährleistet. Das kommt in der etwas weiter unten stehenden Tabelle

"Selbsteinschätzung" mit den entsprechenden quantitativen Differenzen zwischen IST und SOLL zum Ausdruck.

 

Ich habe die Gemeinwohlbilanz in einer Peergruppe mit anderen Unternehmern, teils Einzelunternehmern,

teils Unternehmern mit einer umfangreicheren  Organisation und einer größeren Zahl von Mitarbeitern erstellt.

Die Gespräche waren für uns alle sehr anregend, weil sie uns an existentielle Fragen des Wirtschaftens

herangeführt und persönliche Wahlentscheidungen herausgefordert haben. Ich will periodisch daran weiterarbeiten.

 

Meine Arbeitssituation ist typisch für Senioren, die ihr aktives Berufsleben abgerundet haben,

aber doch noch altersspezifisch an der Arbeit bleiben, wenigstens zu einem kleineren Teil.

 

Mit der Veröffentlichung meiner Gemeinwohlbilanz will ich dem Transparenzprinzip der Gemeinwohlökonomie

entsprechen und andere Senioren anregen, auch ihre Situation mit Hilfe der Gemeinwohlbilanz

- die als Methode laufend weiter entwickelt wird - zu durchleuchten.

Für erstrebenswerten Wandel braucht es ja vor allem den persönlichen Wandel als Voraussetzung.


Konzept 1.0

Unternehmen

Firmenname: Otmar Donnenberg, Action Learning Consultants


Branche: Organisationsberatung und Coaching


Anzahl der Mitarbeiter: 1

TÄTIGKEITSBEREICH

Bis zur Erreichung meines Pensionsalters (2005) war ich seit 1987 als selbständiger Organisationsberater in Veränderungsprojekten tätig mit der Spezialisierung „Lernstrategien für Veränderungen“. Ich arbeitete vor allem für Industrie-Unternehmen und Organisationen im Gesundheitswesen, in NL, A und D.

Seit 2006 führe ich formell als Kleinunternehmer (bis zu einem Umsatz von Euro 17.500,00 brauche ich in Deutschland keine MWSt.-Administration zu führen) vor allem Coaching-Projekte durch, für Einzelpersonen und Leitungsteams. Der Schwerpunkte liegt auf „Gestalten des Übergangs“, zum Beispiel von einer Sachbearbeiter-Funktion in eine leitende Funktion, von der Mitarbeit in einer Organisation in eine andere Organisation, von einem bisherigen Geschäftsmodell in ein neues, vom Pionier auf die Nachfolger.

Neben meiner bezahlten Arbeit – die nur mehr einen geringen Umfang hat - arbeite ich im bürgerschaftlichen Engagement ehrenamtlich mit unter Einsatz meiner Expertise, insbesondere zum Zweck der Entwicklung und Anwendung von Konzepten für Zweitwährungen, für die Vernetzung von Bürger-Initiativen und für Entwicklung von Fähigkeiten von Bürgern, sich bei Fragen der Stadtentwicklung und der Entwicklung der lokalen Wirtschaft wirksam einzubringen.

Ohne ein viel stärkeres Engagement der Zivilgesellschaft und ihren Kooperationen in Projekten mit Politik und Wirtschaft kommen die notwendigen Umgestaltungen unserer Art des Wirtschaftens nicht ausreichend zustande. Aufgabe der Zivilgesellschaft ist es, Bestehendes, was nicht mehr zeitgemäß ist, grundlegend in Frage zu stellen. So erlebe ich die Bedeutung meiner Mitwirkung in der Zivilgesellschaft. Da ich aus meinem Berufsleben mit innerbetrieblichen Situationen vertraut bin, sehe ich die Chance, verbindend auftreten zu können, in Unternehmen mit dem Blick nach außen,  in zivilgesellschaftlichen Initiativen mit dem Blick auf die Möglichkeiten und Grenzen von Betrieben.

DAS UNTERNEHMEN UND DAS GEMEINWOHL

Ich will erreichen, dass meine bezahlten und unbezahlten professionellen Aktivitäten den Grundsätzen und Vorgehensweisen der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) entsprechen und dass meine berufliche Entwicklung Hand in Hand geht mit der weiteren Entwicklung der GWÖ. Eine regelmäßige Überarbeitung meiner Gemeinwohlbilanz auf der Grundlage von Gesprächen mit Kunden ist geplant. Mein Fachgebiet, die Organisationsentwicklung war ursprünglich sehr stark auf die Klientorganisation selbst gerichtet und hat erst allmählich die Organisation von außen nach innen, von den Kunden und Lieferanten, Geldgebern und Kommunen her gelernt zu betrachten. Ich bemühe mich, diesen Trend zu verstärken und neben den sozialen Aspekten auch die ökologischen in größerem Ausmaß zu berücksichtigen. Dabei ist es mir ein besonderes Anliegen, die Schwierigkeiten des tatsächlichen Umformens von Denk- und Verhaltensmustern zu bearbeiten, von isoliert-individualistischer Sicht zu ganzheitlicher, vom Selbstversorgerdenken zur Gemeinschaftsorientierung, von Top-Down-Veränderungs-Modellen zu Dialogmodellen, die anregen, stärker von der Basis her zu agieren, wohl aber im konstruktiven Kontakt mit Verantwortlichen für das größere Ganze, von einseitiger Ausrichtung auf Macht- und rationale Planungsstrategien der Veränderung zu Lernstrategien der Veränderung. Die größten Schwierigkeiten liegen ja erwiesenermaßen in der Umsetzung.

SELBSTEINSCHÄTZUNG UND NEGATIVKRITERIEN


A1

Ethisches Beschaffungsmanagement

26

90

B1

Ethisches Finanzmanagement

15

30

C1

Arbeitsplatzqualität und Gleichstellung

75

90

C2

Gerechte Verteilung der Erwerbsarbeit

30

50

C3

Förderung ökologischen Verhaltens der MitarbeiterInnen

22

30

C4

Gerechte Einkommensverteilung

--

60

C5

Innerbetriebliche Demokratie und Transparenz

--

90

D1

Ethisches Verkaufen

35

50

D2

Solidarität mit Mitunternehmen

44

70

D3

Ökologische Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

36

90

D4

Soziale Gestaltung der Produkte und Dienstleistungen

17

30

D5

Erhöhung der sozialen und ökologischen Branchenstandards

5

30

E1

Sinn und gesellschaftliche Wirkung der Produkte/ Dienstleistungen

21

90

E2

Beitrag zum Gemeinwesen

31

40

E3

Reduktion ökologischer Auswirkungen

16

70

E4

Minimierung der Gewinnausschüttung an Externe

--

69

E5

Gesellschaftliche Transparenz und Mitbestimmung

12,5

30


Summe

385,5

1000

C4, C5 und E4 sind für Einzelunternehmer irrelevant.

NEGATIVKRITERIEN

Das Ausfüllen des Excel-Sheets als GWÖ-Bilanz ist freigestellt. Daher muss zumindest einmal bestätigt werden, dass das Unternehmen keines der Negativkriterien erfüllt. Das wird durch Ankreuzen bei „Kann ich bestätigen“ belegt oder durch ein kurzer Satz am Anfang des Berichtes: „Hiermit bestätigen wir, dass wir keines der Negativkriterien erfüllen.“


Kann ich bestätigen

Kann ich nicht bestätigen

Keine Verletzung der ILO-Arbeitsrechtenormen/ Menschenrecht

x


Keine Menschenunwürdige Produkte

x


Keine Beschaffung bzw. Kooperation mit Unternehmen, welche die Menschenwürde verletzen

x


Keine feindliche Übernahme

x


Keine Sperrpatente

x


Keine Dumpingpreise

x


Keine massive Umweltbelastungen für Ökosysteme

x


Keine groben Verstöße gegen Umweltauflagen (z.B. Grenzwerte)

x


Keine geplante Obsoleszenz

x


Keine Ungleichbehandlung von Frauen und Männern

x


Kein Arbeitsplatzabbau oder Standortverlagerung trotz Gewinn

x


Keine Unternehmen in Steueroasen

x


Keine Eigenkapitalverzinsung über 10%

x


Offenlegung alle Beteiligungen und Tochterunternehmen

x


Keine Verhinderung eines Betriebsrates

x


Offenlegung aller Finanzflüsse an Lobbyisten und Lobby-Organisationen/ Eintragung ins Lobbyregister der EU

x



 

BESCHREIBUNG DER EINZELNEN KRITERIEN

A1   ETHISCHES BESCHAFFUNGSMANAGEMENT

WAS ICH SCHON TUE

Ich gewinne den inhaltlichen Input für meine Arbeit (Coaching und Beratung für Organisationsentwick-lung = OE) zu einem Großteil aus einem internationalen Kollegenkreis entwicklungsorientierter Berater, Coaches, Dozenten, Autoren und Mitstreiter im Erfahrungsaustausch:
Intervisionsgruppe für Coaches (alle 6 Wochen) (mit geschlossenem Portemonnaie) 
Association for Social Development (ein internationales Netzwerk von OE-Beratern)
in Jahreskonferenzen (Mitgliederbeitrag brauche ich als Pensionierter nicht mehr zu bezahlen)
In der laufenden Arbeit mit FachkollegInnen bei Neustart Schweiz / IBA-Projektgruppe  Agglo2020 und bei der Regiogeldbewegung;
Vielfache Einsichten zu Möglichkeiten und Dringlichkeiten der Vernetzung entstehen aus meinem Engagement in verschiedenen Initiativbewegungen (GWÖ, Neustart Schweiz, Soziale Dreigliederung, Regiogeldbewegung, Transition Town)
aus Literatur (selbst bezahlt)
Fachzeitschriften: Sozialimpulse, Humanwirtschaft, Zeitschrift für Sozialökonomie, Action Learning Research & Practice;
Fachbücher von Autoren, die kritisch das heutige Wirtschaftssystem betrachten (Stiglitz, Binswanger, Scharmer, Lietaer, Margrit Kennedy, usw.);
aus Seminaren (selbst bezahlt).

Meine Pensionssituation erlaubt es mir, für diese Entwicklung von Knowhow viel Zeit aufzuwenden ca. 300-400 Stunden). Die stärksten Anregungen dazu kommen aus den Fragen und Berichten der Klienten und Mitstreiter.

Arbeitsgeräte und Arbeitsmaterial (Computer, Smartphone, Büromaterial, Büromöbel) kaufe ich gezielt bei lokalen Lieferanten, mit denen ich persönliche Kontakte unterhalte. Energie beziehe ich von EWS, den Elektrizitätswerken Schönau, den sogenannten „Stromrebellen“, da sie die Möglichkeit bieten, sich dem Atomstrom zu verweigern und sich auf regenerierbare Energie zu konzentrieren).

Für meine tätigkeitsbezogenen Reisen benütze ich zum größten Teil Mittel des öffentlichen Verkehrs (Bahn, Bus, Straßenbahn), u.a. mit Hilfe der Bahncard.

Lebensmittel für die Bewirtung von Kunden und ArbeitskollegInnen kaufe ich zu einem Großteil bei einer benachbarten biologisch-dynamischen Gärtnerei ein, wo ich ein Bezusgabonnement habe und bevorzuge im Übrigen Produkte mit dem Fairtrade-Label und ähnlichen Siegeln.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Entwicklungsziele sind für mich die strengere Beachtung von Recyclingaspekten (insbesondere bei Computer und Papier) und in den Gesprächen mit Inputlieferanten die kritische Überprüfung, inwieweit das Gelieferte übereinstimmt mit den Grundwerten der Gemeinwohlökonomie, insbesondere bei Vertragsabschlüssen.

GEMEINWOHLPUNKTE 26 (von 90)

B1   ETHISCHES FINANZMANAGEMENT

Ich habe bei der Gründung der Triodosbank Nederland, einer ethischen Bank 1980 als Organisationsberater mitgewirkt und bin ihr als Kunde treugeblieben, auch nach meiner Übersiedelung nach Deutschland. Bei der Sparkasse meines neuen Wohnortes unterhalte ich ein Girokonto. Ich bin der Triodosbank dankbar, dass sie mir es erspart, mich der Dienste einer Bank bedienen zu müssen, die teilnimmt an systematischer Lebensmittel- und Rohstoffspekulation. - Die geringfügige materielle Ausstattung für meine Arbeit finanziere ich aus eigenen Mitteln. - Mir ist es wichtig, auch jetzt als Kleinunternehmer, gegenüber dem Finanzamt volle Offenheit zu bieten. - Früher konnte ich dank höherer Tarife für Großkunden geringe Tarife verrechnen für gemeinnützige Klientorganisationen.

GEMEINWOHLPUNKTE 15 (von 30)

C1   ARBEITSPLATZQUALITÄT UND GLEICHSTELLUNG

Bereits im Vorfeld meiner Pensionszeit habe ich mir eine Neuverteilung meiner Arbeits- und Lebenszeit vorgenommen. Von meiner früheren jährlichen Arbeitszeit (ca. 1700 Stunden) leiste ich nur mehr einen sehr kleinen Teil für bezahlte Arbeit (maximaler Umsatz von € 17.500,00). Unbezahlte Arbeit im bürgerschaftlichen Engagement  für Gemeinwohlökonomie, Transition Town, Regiogeldbewegung und Neustart Schweiz bilden jetzt den Löwenanteil (ca. 500 Stunden). – Die Arbeitszeiteinteilung ist flexibel. Ich entscheide darüber vor allem im Einvernehmen mit meiner Frau. 
Mein Arbeitszimmer ist mit allen Geräten für ein Home Office eingerichtet und bietet die Möglichkeit, Klienten für Einzelcoachings zu empfangen. Barrierefreie Zugänge ermöglichen dies auch Behinderten.
Für meine physische Gesundheit sorge ich mit beinahe täglicher Morgengymnastik, deren Programm auf meine körperliche Verfassung abgestimmt ist. Regelmäßig sorge ich für Bewegung außer Hauses. Bezüglich Ernährung richte ich mich nach Leitlinien von Metabolic Balance. Ich habe entdeckt, dass mir dies Energie bringt, meine Widerstandskraft erhöht, Blutdruck senkt und mich „in Facon hält“.
Als Mitglied einer Freiburger Intervisionsgruppe kann ich persönliche Arbeitsprobleme mit kundigen Kollegen besprechen.
Um mental fit zu sein, besuche ich Studienveranstaltungen, erlerne eine neue Sprache (Italienisch), setze mich in verschiedenen Gruppierungen mit aktuellen Fragen auseinander.
Gleichberechtigung von Mann und Frau betrachte ich als eine Selbstverständlichkeit. Ich erfahre es als entscheidenden Qualitätsgewinn, wenn beide Geschlechter vollauf ihren besonderen Beitrag zur Entwicklung leisten können.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Ich bedaure, dass ich wenig Berührung habe mit MigrantInnen und Behinderten. Ich bin parat für Gelegenheiten, die sich zu solchen Kontakten bieten.
Am wenigsten zufrieden bin ich mit meinen Bemühungen, der Meditation und der Achtsamkeit gebührend Platz in meinem Leben einzuräumen, trotzdem ich von ihrem Wert zutiefst überzeugt bin. Es bleibt ein wesentliches Ziel für mich.

GEMEINWOHLPUNKTE 75 (von 90)

C2   GERECHTE VERTEILUNG DER ERWERBSARBEIT

Ich habe 14 Jahre lang als - mitbestimmender - Arbeitnehmer in einem Beratungs-institut gearbeitet und 6 Jahre als Partner in einer kleinen Beratungsgesellschaft, bevor ich mich als selbständiger Einzelberater niedergelassen habe. In dem Institut wurde ein System entwickelt, wonach jeder Mitarbeiter für das kommende Arbeitsjahr das Leistungsvolumen, den Tarif und seinen Einkommensbedarf zunächst selbst bestimmte und danach dann mit den KollegInnen aushandelte. In erheblichem Ausmaß habe ich damals mehr Arbeit gegen gute Honorierung und relativ niedriges Einkommen zugunsten von KollegInnen geleistet, damit diese mehr Raum erhalten für ihre Entwicklungsarbeit. Die Tendenz zur Selbstausbeutung war stark.
Des Öfteren wurde ich als Selbständiger von Auftraggebern wiederholt für Projekte und Aktivitäten (z.B. als Dozent) persönlich herangezogen, u.a. durch meine Profilierung als Spezialist für Action Learning („Verändern mit Hilfe von Lernstrategien“). Ich habe schließlich erkannt, dass ich als externer, ungebundener Einzelberater und Coach eine vom Klienten gewünschte persönliche Funktion erfüllen kann. Wo es sich früher als zweckmäßig und möglich erwies, habe ich KollegInnen in Projekte einbezogen. 
Im Rahmen der 1993 von mir gegründeten niederländischen Vereinigung für Action Learning hatte ich Gelegenheit, Knowhow und Erfahrungen mit jüngeren KollegInnen zu teilen. Heute kann ich als Rentner manchmal jüngere Kollegen mit bestehenden Beratungsgruppen und SeniorkollegInnen in Kontakt bringen.

GEMEINWOHLPUNKTE 30+ (von 50)

C3   FÖRDERUNG MEINES ÖKOLOGISCHEN VERHALTENS

Heute sind an vielen Arbeitsorten Arbeitsmittel vorhanden, die ich für meine Arbeit gerne verwende: Metaplanwände, Moderatorenkoffer, Flipcharts. Stapels von Arbeitsunterlagen brauche ich nicht mehr mitzunehmen, da ich sie elektronisch übermitteln kann. Dadurch kann ich mit leichtem Gepäck (Laptop, eventuell kleiner Beamer) an den Arbeitsort  reisen, in dem ich  den öffentlichen Verkehr benütze. Früher war das oft ohne Auto nicht zu machen. 
Seit den 70er Jahren habe ich die Präferenz für biologisch und biologisch-dynamisch erzeugte Lebensmittel ernst genommen. Das hat sich im Laufe der Jahre verstärkt und dank des heute relativ reichlichen Angebotes an Volumen und Qualität zugenommen.
Der Ort meiner Wohnung ist so gewählt, dass eine S-Bahnstation und die Haltepunkte von zwei verschiedenen Buslinien, die alle eine Verbindung mit den Nachbarorten herstellen in unmittelbarer Nähe sind; auch Spazier- und Wandermöglichkeiten sind in nächster Nähe.
Ich bin begeistert über die Möglichkeit, per skype „Tele-Coaching“ betreiben zu können und Reisezeit für meine KlientInnen und mich selbst dadurch zu verringern, und habe diese Möglichkeit ab dem Erscheinen dieser Technologie auf dem Markt für alle genützt – wenn auch stets in Kombination mit gelegentlichen persönlichen Begegnungen.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Ich bin vom Wert der Fairtrade-Erzeugnisse überzeugt und will meine Bemühungen, sie aufzuspüren und bevorzugt zu erwerben erhöhen und durch die Ungewohntheit manch eines Geschmacks nicht zu schnell entmutigen lassen.
Mein Auto ist noch ein konventioneller Mittelklassewagen, wenn auch mit grünem Etikett. Ich plane, ihn entweder durch ein kleineres Auto mit Hybridantrieb oder durch „Auto auf Abruf“ zu ersetzen.  Ich will so gut wie keine Flugreisen mehr unternehmen und für Fernreisen neben der Bahn vermehrt den Bus benützen. Insbesondere durch diese Maßnahmen will ich meinen ökologischen Fußabdruck von derzeit 3,7 ha (zum Vergleich: österreichischer Durchschnitt ist 4,9 ha) auf 2,5 – 3 ha verbessern. Die Bedingungen der Pensionszeit erleichtern mir natürlich diese Umstellung.
Ich habe erkannt, dass ich meine KlientInnen viel zu wenig auf ökologische Aspekte anspreche und will dies u.a. dadurch in die Wege leiten, dass ich im Rahmen von diagnostischen Methoden auch persönliche „Footprint“-Analysen (z.B. www.mein-fussabdruck.at) anbiete.

GEMEINWOHLPUNKTE 22 (von 30)

C4   GERECHTE EINKOMMENSVERTEILUNG

Nicht zutreffend (EPU = Einpersonsunternehmer)

C5   INNERBETRIEBLICHE DEMOKRATIE UND TRANSPARENZ

Nicht zutreffend (EPU = Einpersonsunternehmer)

D1   ETHISCHES VERKAUFEN

In der Zeit meiner Selbständigkeit (1987 – 2005) habe ich kaum Akquise betrieben. Ich erhielt meine Aufträge durch KollegInnen und aufgrund von Mund-zu-Mund-Propaganda; mehrere Auftraggeber haben meine Dienste wiederholt abgerufen. In meiner Pensionszeit betreibe ich keine aktive Akquise, sondern gehe in engen Grenzen auf Anfragen ein. KollegInnen verlangten nur selten eine Provision für die Auftragsvermittlung, ebenso wenig geschah dies von meiner Seite. Die von mir gegründete Dutch Action Learning Association war eine Plattform, wo kollegiale Solidarität, Lernen miteinander und voneinander sowie Bildung von Projektgemeinschaften betrieben wurden. Mein Streben richtete sich darauf, Vertrauensbeziehungen sowohl zu meinen KlientInnen wie auch zu meinen KollegInnen herzustellen. 
Meine klare Profilierung („Lernstrategien der Veränderung“), in Publikationen, Veranstaltungen und Arbeitskreisen sprach durchwegs nur KlientInnen an, die bewusst diese Art des Vorgehens erproben oder angewendet sehen wollten. Eine Schulung in Akquise habe ich nie gehabt oder angestrebt.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Im bürgerschaftlichen Engagement habe ich noch kaum Akquise betrieben. Dazu ist es erforderlich, genauer herauszuarbeiten, wo welche Arten von Akquise von mir geleistet werden können. Durch meine Übersiedelung von den Niederlanden nach Süddeutschland, in ein Gebiet, wo ich früher nie gelebt oder gearbeitet habe, muss ich mir erst noch ein Netzwerk erwerben.

GEMEINWOHLPUNKTE 35 (von 50)

D2   SOLIDARITÄT MIT MIT-UNTERNEHMEN

Nach wie vor arbeite ich gerne mit anderen Berater, also Mit-Unternehmern von mir, zusammen, vor allem um einander ergänzen zu können zum Nutzen für unseren Klienten. In diesem Sinne arbeite ich derzeit mit Beratern und Coaches zusammen, die mehr Kompetenz einbringen können als ich bezüglich lokaler regenerativer Energiegewinnung, bezüglich von Bürgern selbst organisiertem Geld, mit Künstlern sowie mit Fachleuten aus der Stadtplanung. Mein Beitrag ist dann vor allem die Organisationsentwicklung sowie das Coachen bezüglich „Umdenken lernen“ im gesellschaftlichen Kontext. Ich bin dabei offen über meine Tarife (in meinem bürgerschaftlichen Engagement arbeite ich fast nur ehrenamtlich) und gebe gerne Knowhow weiter, schriftlich und mündlich, um meinen Kollegen Suchen und Ausarbeiten zu ersparen, so dass noch mehr Energie für den Klienten verfügbar ist.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Gerne würde ich dazu beitragen, dass die Beratungsleistungen im bürgerschaftlichen Engagement entwickelter, zusammenhängender, präsenter und leichter zugänglich sind.

GEMEINWOHLPUNKTE 44 von 70

D3 ÖKOLOGISCHE GESTALTUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

Ich stelle weder materielle Produkte her, noch vertriebe ich sie. In meinen Dienstleistungen  könnte das Reisen ein umweltbelastender Faktor sein, wenn ich nicht ohnehin so viel wie möglich mit Bahn und Bus fahren würde und meinen Klienten regelmäßig Skype-Konferenzen anbiete.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

zugänglich sind  Meinen Kunden will ich viel mehr als bisher Fragen stellen zum Thema Konsistenz ihrer Produkte und Dienste (mit Natur, sozialer Gerechtigkeit, Demokratie, usw.), Effizienz (bestmöglicher Ausnützung verwendeter Ressourcen), Suffizienz („Geht es auch mit weniger?“) und Resilienz (Erhöhung des Puffervermögens). Ermuntert durch den Erfolg erster Versuche, will ich gerne auch verstärkt Selbsteinschätzungsinstrumente wie z.B. die Ermittlung des persönlichen Fußabdrucks in meine Arbeit mit den Klienten einbringen. U.a. will ich durch Problematisieren über mein eigenes Verhalten KlientInnen anregen, ihrerseits darüber nachzudenken und Versuche zu unternehmen.

GEMEINWOHLPUNKTE 36 von 90

D4   SOZIALE GESTALTUNG DER PRODUKTE UND DIENSTLEISTUNGEN

Die Zugänglichkeit meiner Leistungen nicht nur für gut zahlende und voll mobile KlientInnen  ist mir wichtig. Meine Arbeitsräume sind barrierefrei für Behinderte. In vielen Fällen komme ich zu den KlientInnen. 
Schwieriger ist es mit der Sprache – ich spreche nicht den einheimischen Dialekt (Allemannisch), meine Ausdrucksweise enthält relativ viel Fach-Jargon – und mit meiner Präsentation nach aussen (Website). Zu Immigrantenkreisen habe ich nur wenige Kontakte.
Klärung dessen, was KlientInnen von mir wohl und nicht erwarten können und was für sie die Kernfrage ihres Anliegens und wie weit ihre Einsatzbereitschaft geht, strebe ich systematisch an.

GEMEINWOHLPUNKTE 17 von 30

D5   ERHÖHUNG DES SOZIALEN UND ÖKOLOGISCHEN   BRANCHENSTAN-DARDS

Als pensionierter und „zugereister“  Berater bin ich in keinem Berufs- oder Branchenverband tätig. Ich konzentriere meine diesbezüglichen Bemühungen vor allem auf die Kontakte und Kooperationen mit jungen Kollegen.

GEMEINWOHLPUNKTE 5 von 30

E1 SINN UND GESELLSCHAFTLICHE WIRKUNG DER PRODUKTE & DIENSTLEISTUNGEN

Einen Beitrag zur Nachhaltigkeit meiner Dienstleistungen (Einzel- und Gruppencoachings sowie Beratung) sehe ich vor allem darin, dass ich dem „Lernen lernen“ so viel Aufmerksamkeit wie möglich schenke; es geht nicht nur darum, für den Moment eine Lösung zu finden, sondern auch die Problemlösungsfähigkeit. des Klienten / der Klientin zu steigern durch die Arbeit an der persönlichen Art des Lernens.
Das „Lernen lernen“ ist ein wesentlicher Bestandteil des ACTION LEARNING, eines von mir in meiner Arbeit favorisierten Ansatzes. Ein weiterer Bestandteil davon ist die Hereinnahme der Pflege der Beziehungen zu „stakeholders“ im Sachzusammen-hang, also insbesondere zu Lieferanten, Kunden und Top-Entscheidern. Sie  werden als Mit-Lernende in diesem Lernnetzwerk angesprochen. Durch ihre Mitwirkung in der Bewusstseinsentwicklung erhöhen sich die Erfolgschancen der Projektarbeit des Klienten, in dem es zu ihrer sozialen Einbettung kommt.
Diese systematische Einbettung bringt es mit sich, dass die Auswirkungen der Lösungsarbeit in mehrfacher Hinsicht überprüft und transparent werden.
Durch die Beteiligung an der Entwicklungsarbeit für die Gemeinwohlökonomie ist mir bewusst geworden, dass ich viel stärker an der ökologischen Komponente der Lösungen meiner Klienten arbeiten kann. Das ist mein fester Vorsatz, um das meinen zukünftigen Klienten zugänglicher zu machen. Mit diesem Aspekt stehe ich noch am Anfang.
Das ACTION LEARNING orientierte Coachen richte ich aus auf „schlankes“ Arbeiten; d.h. im Sinne des Lean Thinking stelle ich meinen Klienten konsequent die Ausgangsfrage: „Was ist der Wert deiner Aktivität und eventueller von dir geschaffener und mitgetragener Regeln für die Kundschaft am Ende des Arbeitsprozesses?“ In dieser Erkundung können suchterregende Denkmuster („Ich arbeite nur dann gut, wenn  meine Abteilung immer größer wird!“) erkannt und Statusfragen („Wir werden nicht genügend anerkannt, wenn wir nicht einen ebensogroßen Bonus erhalten!“) kritisch durchschaut werden.

GEMEINWOHLPUNKTE:  21 (von 90)

E2   BEITRAG ZUM GEMEINWESEN

Der direkte Beitrag zum Gemeinwesen umfasst in meinem gegenwärtigen Lebensabschnitt als Rentner einen größeren Umfang als die  bezahlten Aktivitäten im Rahmen meiner professionellen Tätigkeit als selbständiger Coach und OE-Berater. Finanziell unterstütze ich u.a. regelmäßig „Mehr Demokratie“, Caritasleistungen für Randgruppen und das Deutsche Rote Kreuz. Durch meine unentgeltlichen Arbeitsleistungen trage ich bei zum Projektmanagement des Projektes von Neustart Schweiz / Regiogruppe Basel zur Internationalen Bauausstellung Basel 2020. Darüber hinaus engagiere ich mich für den Regiogeldverband e.V. (Organisation einer Zukunftskonferenz) und für ein direkt umsetzbares Konzept für eine Kommunalwährung (siehe meine Website). Gegen geringe Bezahlung bin ich als Moderator beteiligt an dem Projekt „Murg auf dem Weg zur energieautonomen Gemeinde“ (Gemeinde Murg am Hochrhein). Bei der Bewegung für eine Gemeinwohlökonomie engagiere ich mich hauptsächlich für Referententätigkeit und Biilanzerstellung. Alle diese Aktivitäten sind auf Langfristigkeit angelegt.

GEMEINWOHLPUNKTE:  31 (von 40)

E3   REDUKTION ÖKOLOGISCHER AUSWIRKUNGEN

Die Art meiner Arbeit bringt es mit sich, dass der Ressourcenverbrauch gering ist und nur geringe Umweltbelastungen hervorgerufen werden. Ich benütze zum allergrößten Teil öffentliche Verkehrsmittel, das Arbeitszimmer ist Teil meiner Privatwohnung, die energetisch modernen Standards entspricht (Dämmung und Art der Heizung). Ich habe nie Repräsentativität durch teure und große Autos praktiziert und tue dies gegenwärtig schon gar nicht.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Eine ausdrückliche, für Klienten direkt erkennbare Strategie will ich schon deswegen zustande bringen, da das eigene Vor-Tun am überzeugendsten wirkt und ich damit eine gute Grundlage schaffen will für das Ansprechen meiner Klienten auf ökologische Fragestellungen. Meine kritische Einstellung bezüglich der Beschaffung von Kleidern, Geräten, Papier usw. bedarf weiterer Anschärfung. Die Gemeinwohlbilanz und das Arbeiten damit, für meine eigene Bilanzierung und erwartungsgemäß auch für die Einführung von Interessierten liefern dafür wertvolle Anregungen.

GEMEINWOHLPUNKTE:  16 (von 70)

E4   MINIMIERUNG DER GEWINNAUSSCHÜTTUNG AN EXTERNE

Nicht zutreffend (EPU = Einpersonsunternehmen)

E5   GESELLSCHAFTLICHE TRANSPARENZ UND MITBESTIMMUNG

Meine Arbeitskontakte auf dem Gebiet des bezahlten Coaching sind geringfügig und durchwegs bilateraler Natur. In diesem Zusammenhang unterhalte ich keine Kontakte mit Berührungsgruppen („stakeholders“). In meiner Tätigkeit als bezahlter Moderator für Projekte zugunsten energieautonomer Gemeinden habe ich mit der Gestaltung des Dialogs zwischen mehreren Berührungsgruppen zu tun (z.B. in einer Gemeinde am Hoch-Rhein mit Bürger-Aktivisten, Energieagenturen und Vertretern der Kommune. In meinem ehrenamtlichen bürgerschaftlichen Engagement (dem Großteil meiner Arbeit) bin ich damit beschäftigt, Bedingungen mit zu gestalten, die der Mitbestimmung von Bewohner eines Stadtviertels oder eines Dorfes und dem Dialog mit Stadtplanern und Politikern dienen (z.B. im Rahmen von Neustart Schweiz, im Projekt „nachhaltige Nachbarschaften“). Meine Aktivitäten für die Bewegung der Gemeinwohlökonomie sind vor allem darauf gerichtet, Privatpersonen, Unternehmern und Kommunen auf die Möglichkeiten einer neuen Ausrichtung des Wirtschaftens aufmerksam zu machen, vorzugsweise im Rahmen von Dialogen miteinander. Mit meiner Mitgliedschaft im Schwarzwaldverein eröffne ich nicht nur mir Vorteile des gemeinsamen Wanderns, sondern unterstütze damit auch lebendiges und verantwortungsbewusstes Umgehen mit der Natur in meiner Region. Mit der Veröffentlichung meiner persönlichen Gemeinwohlbilanz als Coach, Berater und Moderator im Internet will ich einen kleinen Beitrag zur Information der Öffentlichkeit leisten. Sie ist in einer regionalen Peergroup erarbeitet  und dadurch einer sozialen Kontrolle unterworfen worden.

WO ICH MICH VERBESSERN WILL

Früher habe ich den Dialog und die Mitwirkung von Berührungsgruppen hauptsächlich unter dem Aspekt des Lernens gesehen und angestrebt: je mehr Stakeholders in die Meinungsbildung einbezogen werden, desto größer die Vielfalt, die anregt ein Thema reichhaltiger zu behandeln und zur Verbesserung der Entscheidungsqualität beiträgt. In Hinkunft will ich Transparenz und Mitbestimmung aus Gründen der Systementwicklung mehr beachten.

GEMEINWOHLPUNKTE:  12,5 (von 30)

AUSBLICK

KURZFRISTIGE UND LANGFRISTIGE ZIELE

Diese sind zur besseren Einordnung bei den Kriterienbeschreibungen aufgenommen.

GEMEINWOHLMATRIX MIT PUNKTEN

PROZESS DER ERSTELLUNG DER GEMEINWOHLBILANZ

Die Ausarbeitung der Gemeinwohl-Bilanz erfolgte in einer Peergruppe der Regionalgruppe Dreiland (Basel-Lörrach) in der Periode zwischen Oktober 2012 und April 2013 (Gesprächsleitung Lutz Knakrügge).